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Die Bambushecke

Die Vorzüge einer Bambushecke für Sichtschutz, Windschutz, Lärmschutz und Grundstückseinfriedung, um die persönliche Privatsphäre zu schützen, lässt sich in kurzen Stichpunkten beschreiben. Keine sonstige gebräuchliche Heckenpflanze in unseren Breiten kann mit so vielen Vorteilen punkten.

Sichtschutz c-del-Sol phylSchnell wachsend: Die Wachstumsgeschwindigkeit von Heckenbambus ist je nach Sorte atemberaubend und man erreicht in kürzerer Zeitspanne wie bei den uns geläufigen Heckenpflanzen, den erhofften Schutz. Wählbar sind Sorten die ein oder zwei Wachstumsphasen im Kalenderjahr haben. Im Mittelgebirge überleben die Halme der zweiten Wachstumsphase oft nicht wegen frühen Frostphasen, weil die Bambushalme dann noch nicht ausgehärtet sind. In den Wachstumsperioden schießen die Halme in wenigen Wochen geradezu empor, um Ihre sortenspezifische Altersendhöhe zu erreichen. Von Jahr zu Jahr liegt der Zuwachs der noch nicht ausgewachsenen Bambuspflanze zwischen 25% bis 50% der letzten Wachstumsphase. Dies macht die Pflanze bis sie ausgewachsen ist. Für Bambushecken sind horstbildende (nicht ausläufertreibende) und hainbildende (sollte man durch Wurzelperre begrenzen) Bambus Sorten verfügbar. Mit Bambus lassen sich Hecken von 0,3 m bis an die 10 m Höhe anlegen, je nach Sortenauswahl.Neuaustrieb Phyl aureosulcata aureocaulis

Schnell regenerierbar: Nach den letzten strengen Wintern 2008/9 und 2009/10, tritt auch noch ein zusätzlicher Vorteil zu Tage. Manch übliche Hecke, wie die beliebte Loorbeerhecke, sind erfroren und nicht regenerierbar. Im Gegensatz dazu können Bambushecken sich, wenn die richtige Sorte beim Kauf gewählt wurde, sehr schnell erholen. Bei einen Winter mit Temperaturen bis –28°C muss man allerdings auch bei Bambushecken mit Blatt- und Halmschäden rechnen und diese einkalkulieren. Vorteil beim Bambus ist die Starke Kraft des Wurzelwerks. Diese gleicht die Winterschäden in der nächsten Wachstumsphase wieder aus.

Blickdichte: Unbeschnittene Bambushecken, die mit horstbildenden Fargesia Sorten gesetzt werden, bilden sich mit der Zeit auf der vollen Wuchshöhe blickdicht aus. Im unterem ersten Drittel durch eng stehende Halme und im restlichem Bereich durch Halm mit Blattwerk. Unbeschnittene Bambushecken die mit hochwachsenden, hainbildenden Phyllostachys Sorten gesetzt wurden, werden ihre ersten Seitentriebe ab einer Höhe von 2-3m anlegen,wenn die Pflanze ihre Endhöhe erreicht hat. Sind Fargesia- und Phyllostachys Hecken durch Heckenschnitt in der Höhe begrenzt, bilden sich keine Dickhalme aus und die Bambuspflanze wird bis zum Boden beblättert sein.

Lebendig: Wer kann sich schon der Schönheit und Lebendigkeit einer Bambushecke entziehen? Gerade das Windspiel der einzelnen Bambushalme, die sich hin und her bewegen, das Rauschen des Blattwerks, das Klingen der Bambushalme, ziehen den Betrachter in seinen Bann. Auch viele Tierarten haben Gefallen an dem dichten, lebendigen Blätterwall. Oftmals nutzen Vögel dieses Dickicht um sich ihre Nester im Blätterdschungel anzulegen. In jedem Frühjahr übernachten über Wochen zwischen 50-70 Bachstelzen nachts in unserem Phyllostachys aureosulcata aureocaulis Hain, bis jeder einen Ehepartner gefunden hat.

Immergrün: Bambus ist eine Pflanze die auch im Winter Ihre Blätter nicht abwirft und über den gesamten Kaltjahresbereich mit seinem sattem Grün der Blätter den Betrachter erfreut. Besonders schön wirkt der immergrüne Sichtschutz mit Bambus in einer Schneelandschaft durch den Kontrast, der noch erhöht werden kann, wenn farbige Halme wie gelb, schwarz, braun, rot oder grüngelb ins Spiel kommen. Wenn sich dann auch noch eine 5-7m hohe Bambushecke im Wind wiegt, oder im Sturm schüttelt hat das schon etwas erhabenes, das man nicht mehr missen möchte.

Winterhärte: Dieser Begriff ist sensibel zu betrachten. Natürlich hat jede Bambus Sorte eine natürliche Wiederstandshärte gegen Kälte, bezogen auf die Klimabedingungen am Ursprungsfundort, aber eine klare Festlegung nach festgelegten Tabellen ist trügerisch und kann zu großer Enttäuschung führen. Es ist nach unseren Erfahrungen viel wichtiger wo und wie die Bambuspflanzen vermehrt wurden.
Eine Pflanze die in Portugal, Italien oder Südfrankreich aufgewachsen ist und noch keinen Winter gesehen hat, bildet Ihre Zellstruktur der Halme anders aus und dann kommt das große Erwachen. Zum Beispiel wenn eine Sorte, die in der Literatur mit einer natürlichen Winterhärte von -24°C angegeben ist, bei uns schon mit –14°C durch Totalschaden an Halm und Blätter verloren geht.
Des weiteren sind Laborvermehrte Bambuspflanzen genauso unberechenbar, was die natürliche Wiederstandshärte betrifft. Wir legen größten Wert auf den Ursprung unserer Pflanzen und die Sicherstellung, nur Pflanzen durch Handvermehrung in unserm Vertrieb zu führen.
Ein weiterer Einfluss auf die Winterhärte ist der Zustand am Pflanzstandort. Hier ist maßgeblich, wie die Bambuspflanze in den Winter gegangen ist und wie sich das Kleinklima auswirkt. Gut gewässerte Bambuspflanzen, die auch noch zusätzlich ein feuchtes Umgebungsklima haben, ertragen auch kältere Winter als die Tabellen vorgeben. Bei uns im Schaugarten haben Chusquea Montana und Chusquea Culeou im Winter 2008/09 über zwei Wochen –17°C bis –24,7°C fast unbeschadet überstanden, obwohl die angegebene Winterhärte nach Tabelle nur bei –11°C liegt. Es sind nach unseren Erfahrungen in den meisten Fällen keine Erfrierungen die zu einem Totalausfall einer Pflanze führen, sondern die meisten Bambuspflanzen verdursten in der Winterzeit, da durch Unwissenheit in den frostfreien Tagen nicht mal ausreichend nachgewässert wurde.
Ein weiterer Killer in den Mittelgebirgslagen ist die Blattgröße der Bambus Sorte. Hier gilt die Regel, je größer das Blatt, um so schneller der Totalverlust der oberirdischen Bambuspflanze. Die so dahingesiechten Pflanzen/Sorten treiben zwar wieder aus, aber sie werden nie die angegebene Wuchshöhe erreichen, da es immer wieder ein oder zwei starke Winter gibt, die die Pflanze dann um Jahre zurück werfen kann. Hier sind uns die Bambusfreunde die im Rheinland oder einem Weinanbaugebiet wohnen stark im Vorteil, da dort fast alles gedeiht und dazu auch noch schneller an Höhe gewinnt. Ich träume auch schon seit Jahren davon einen Bicolor in unserem Schaugarten zu haben, aber den müsste ich in jedem Frühjahr durch eine neue Pflanze ersetzen. Wer unbedingt in diesen hohen Wohnlagen empfindliche Bambus Sorten kultivieren möchte, muss dann für ausreichenden Winter- und Sonnenschutz sorgen, ähnlich wie bei Palmen oder Bananen. So hat sich in den vergangenen Jahren bewahrheitet, dass die kleinblättrigen Sorten bei Horst- und Hainbildner, auch die robustesten Nutzpflanzen für eine Bambushecke sind.
Schauen Sie doch im Frühjahr, vor der Sortenauswahl, bei uns vorbei und vergleichen im Schaugarten die unterschiedlichen Sorten der Heckenpflanzen. Ab Ende Juni fällt dann schon kein Unterschied mehr auf, da die Winterschäden größtenteils von den geschädigten Bambus Sorten ausgeglichen wurde.

Pflege ist überschaubar: Die Pflege einer Bambushecke ist für den Anfänger in Sachen Bambus, einfach zu überschauen. Die Düngegaben beschränken sich auf die Wachstumssperiode. Sie können organischen Dünger (Hornspäne, Rinderdung, usw) oder synthetischen Langzeitdünger verwenden. Auf jeden Fall sollte bei synthetischem Dünger eine Überdüngung vermieden werden. Weniger ist oftmals mehr!!!
Wer seine Fargesia Hecke ermorden will kann dies mit Blaukorn ganz schnell erledigen. Dieser starke Dünger verbrennt die Feinwurzeln und die Bambuspflanze verdurstet trotz ausreichender Bewässerung.
Bei Neuanpflanzungen sollte bei Trockenperioden oder großer Hitze gewässert werden, um dem Bambus das Anwachsen zu erleichtern. Im Laufe der Jahre ist das feine Wurzelwerk so weit in tiefere Erdregionen vorgedrungen, dass der Bambus auch diese Phasen leicht übersteht. In der Winterzeit sind alle Pflanzen in frostfreien Zeiträumen ausreichend zu bewässern. Bambus in Pflanzgefäßen sind im Winter in den Schatten zu setzen und vor Sonne zu schützen. Bambus auf Balkonen, wo die Pflanzen nicht verstellt werden können, sind zu einer Staude fest zusammen zu binden, so dass die Verdunstung stark herabgesetzt wird und zusätzlich mit einem Sonnenschutz (Winterfließ oder Sackleinen) zu versehen.

Schnittverträglich: Die Anforderungen an eine Bambushecke werden von dem Besitzer bestimmt. Er entscheidet ob die Hecke frei wachsen oder durch Schnittmaßnahmen (seitlich / in der Höhe) formiert werden soll bzw. muss. Der Zeitpunkt des Heckenschnittes ist gekommen, wenn die neuen Halme ihr Wachstum beendet haben und sich gerade die Seitenzweige entfalten. Es wird in der Höhe, die, die Hecke anschließend haben soll und zwar immer über einer noch belaubten Nodie geschnitten. Seitlich schneidet man nach Bedarfslage. So wird man eine dichte und kompakte Bambushecke erhalten, die einem den gewünschten Sichtschutz und somit Privatsphäre bietet.
Nur sollte jedem Heckenbeschneider immer klar sein, dass ein Schnittfehler erst mit der nächsten Wachstumsphase korrigiert werden kann.

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© 2010 Dipl.-Ing.  Jürgen Scholz   Land- und Forstbetrieb   Bambus Heppingsen